100 Anlieger:innen informierten sich zum Sachstand des Verkehrsversuchs

Am 09.09.2021 kamen über 100 Anlieger:innen aus der Krummen- und Exterstraße im Bereich der temporären Sitzmöbel in der Krummen Straße zusammen und informierten sich über den Sachstand zum Verkehrsversuch. Es wurden punktuelle Verbesserungsmöglichkeiten zum Verkehrsversuch diskutiert. Alle Anlieger:innen und Interessierten sind aufgerufen, sich hier  weiterhin am Verkehrsversuch zu beteiligen. Die Beteiligung endet mit dem Verkehrsversuch am 18.10.2021.

Kommentare

  1. Joker327 sagt:

    Wenn es nur auf die Bewohner von Krummer Str. und Exterstr. zusammen mit den fundamentalistischen Fahrrad-Aktivisten der Region ankommt, dann ist eine solche Sperrung der Stadt für Autos natürlich klasse.

    Wenn Detmold jedoch den Anspruch stellt, überregionales Zentrum und Einkaufsstadt zu sein, dann muss man einen gewissen Autoverkehr in Kauf nehmen. Es müssten in nächster Nähe der Langen Straße niederschwellige und preiswerte Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Nicht nur das abgerissene Parkhaus muss in besserer Qualität ersetzt werden, sondern es müsste eine Verpflichtung geben, bei Neubauten von Gewerbe-Immobilien immer ausreichend Parkdecks mit zu bauen.

  2. Renate Hoffmann sagt:

    Schade, dass der Verkehrsversuch zum Teil in der Ferien- und Urlaubszeit stattfindet, in der die Stadt doch leerer ist als sonst. Auch finde ich ihn wegen der Kurzzeitparkplätze etwas inkonsequent, und die beiden Baustellen verringern die optische Wirkung des Versuches erheblich. Zudem sind 3 Monate für viele Menschen zu kurz, um sich neu orientieren zu können.

    Trotzdem finde ich es erfreulich, dass man endlich einmal zumindest einen Teil der Krummen Straße, der architektonisch eigentlich schönsten Straße Detmolds, ohne Autos fotografieren kann. Noch erfreulicher finde ich, dass man fast ohne Autolärm und Abgase vor den Cafés sitzen kann. Das lästige “Posing”, dem der Gesetzgeber jetzt übrigens den Kampf angesagt hat, konnte einem vor allem an Freitag- und Samstagabenden in der Außengastronomie das Essen vergällen. Junge Männer in großen Autos, die 3 oder 4 mal an den Lokalen vorbeifahren (freiwillig mit Tempo 10!), braucht kein Mensch.

    Schön ist auch, dass man die Schaufenster jetzt schon von der anderen Straßenseite aus sieht. Apropos Schaufenster: Wie kommen ausgerechnet die Ladeninhaber der Krummen und der Exterstraße darauf, dass die in der Straße Parkenden bei ihnen einkaufen? Ich halte mich häufig in der Innenstadt auf und trinke 2 bis 3 mal wöchentlich einen Kaffee in einem der dortigen Lokale. Dabei kann ich folgendes beobachten: Die Fahrer kreisen mehrmals um die südliche Altstadt, bis sie einen Parkplatz in der Krummen bzw. Exterstraße finden. Ist das gelungen, steigen sie aus – und ziehen ab in die Fußgängerzone.

    Es dürfte sich um Wunschdenken handeln, wenn in der historischen Innenstadt Umsatz gleichgesetzt wird mit Parkmöglichkeiten vor dem Haus. Wie sollte dann Umsatz mit einem in der Fußgängerzone liegenden Geschäft möglich sein? Wer beobachtet und nachdenkt, wird wohl darauf kommen, dass eine “wohnlichere” Straße mit besserer Aufenthaltsqualität mehr Menschen anlockt. Als Stadtführerin fällt mir oft auf, dass unsere Touristen zum Einkaufen doch wieder die Fußgängerzone aufsuchen, obwohl die kleinen Geschäfte im Bereich des Verkehrsversuchs ein wesentlich vielfältigeres Angebot aufweisen. Aber wo keine Autos fahren, bewegt man sich freier und sicherer. In der Krummen Straße sind ja stellenweise sogar die Fußwege zu schmal, wenn man mal ein paar Leute trifft, sich mit ihnen unterhalten möchte und gleichzeitig Passanten vorbeilassen muss. Und schon verzieht man sich wieder in die Fußgängerzone.

    Haben die Ladeninhaber*innen inzwischen aussagekräftige Zahlen zu den Umsätzen innerhalb des Versuchszeitraums ermittelt? Das wäre wichtig, denn bei der Vorstellung des Projektes war bei mehreren von ihnen der Widerwillen gegen jegliche Veränderung in ihrer Straße spürbar. Dabei wäre der Verkehrsversuch eine Gelegenheit gewesen, auch mal eigene Versuche anzustellen, neue Kundschaft anzusprechen. Anstatt nur zu jammern … Ich kann mich nicht daran erinnern, dass auch nur ein einziges Geschäft z.B. die vielen passierenden Radler*innen irgendwie angesprochen hätte.

    Und last not least: Wäre es nicht langsam Zeit, das Thema “Verkehrswende” ernst und in Angriff zu nehmen? Ist man jetzt mit dem Rad im Bereich des Verkehrsversuchs unterwegs, bewegt man sich deutlich sicherer und zügiger als zuvor. Überall wirbt die Stadt Detmold mit Schildern für die “fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt” – soll sie in der Krummen und Exterstraße mal beweisen, dass sie das auch ist.

  3. Eckart Adorf sagt:

    Ein Lob den Ratsherren und Ratsfrauen, die damals die Detmolder Innenstadt weitestgehend zur Fußgängerzone gemacht haben.
    Die Krumme-/Exterstraße wäre eine Vervollständigung einer Idee: Den Fußgängern, Kindern, Radfahrern, Touristen, Stadtbummlern und Einkäufern und auch Bäumen die wunderbare Alt-Stadt zu überlassen.
    Der Mehrwert von Fußgängerzogen in Sachen Ökologie, Lebensqualität, Klima und auch der Ökonomie ist längst erwiesen.
    Die Lösung der Probleme des Transportes von größeren Waren (Weinkisten zum Beispiel) oder bewegungs-eingeschränkter Menschen von der Innenstadt zum Mobilpunkt Parkhaus oder Bushaltestelle oder einfach nur aus der Altstadt hinein und heraus bedarf kreativer Lösungen! Günstiges oder kostenfreies Anwohner-Parken in den Quartiers-Parkplätzen wäre da ein Ansatz, um die Automobilisten zu beschwichtigen. Kostengünstige oder kostenfreie Mobilitäts-Angebote des ÖPNV bei Märkten, Stadtfesten und Kultur-Veranstaltungen wären ein anderer Baustein.
    Ein kreative Weiterentwicklung von Sack-Karre, Bollerwagen, Kofferträgern und Rikscha gibt es bereits, das Lastenrad. Auch neue startups im Dienstleistungsbereich könnten vielleicht in Zukunft klimafreundliche Alternativen für den Auto-Verkehr im Altstadt-Bereich bieten.
    Mut möchte ich dem Stadtrat und Bürgern wünschen zum Klimaschutz, zur Nachhaltigkeit, zur Menschlichkeit, zum Fortschritt und somit zur Fußgängerzone.

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